
In dem Urgötterkreis der Achtheit von Hermopolis gilt Amaunet als weibliches Gegenstück zu Amun, wohingegen sie in Theben neben Mut als Gefährtin des Amun dargestellt wird. Sie steht für Schutz und verkörpert außerdem die Luft und den Nordwind. Gleichzeitig gilt sie als Urmutter und Mutter des Re sowie auch des Amun selbst. Da sie in dieser Eigenschaft und hinsichtlich ihrer Darstellung der Göttin Neith ähnelt, findet sich gelegentlich auch eine Neith-Amaunet. Amaunet wurde erst zu Beginn der Spätzeit in das ägyptische Göttersystem eingefügt.

Amun (auch Amon, Amoun, Ammon, Amen oder seltener Imenand) ist der Wind- und Fruchtbarkeitsgott der altägyptischen Religion. Amun ist nicht zu verwechseln mit Ameni, einem Beinamen des Re.
Herkunft
Amun ist erst seit dem Mittleren Reich belegt und war seit der 11. Dynastie Lokalgottheit Thebens. Nachdem die Familie der Hermonthen den Bürgerkrieg der Ersten Zwischenzeit für sich entschieden hatte, versuchte sie Theben eine hinreichende Legitimation zu verschaffen.
Zu Beginn der 12. Dynastie wurde die neue Hauptstadt Theben in den Norden verlegt. Sesostris I. erweiterte nach der Verlegung von Theben den dort errichteten Tempel des Amun.
Darstellung
Amun wurde in der Vor-Amarna-Zeit als normale Menschengestalt mit Krone und Stab dargestellt. In der Nach-Amarna-Zeit, mit blauer Farbe und mit doppelter Federkrone aus zwei aufrechtstehenden Pfauenfedern.
Die blaue Haut soll die Luft und die Schöpfung symbolisieren. Das Volk verehrte ihn eher in seiner Urversion als Widder, Gott der Herden und Weiden und deren Fruchtbarkeit.
Liegende Widdersphingen auf Podesten säumten zum Beispiel in Karnak die Wege zum Tempel. Manchmal wurde er auch in Menschengestalt mit Widderkopf dargestellt.
Tägliches Opferritual
In Karnak wurde für Amun während des Neuen Reiches das nachfolgende tägliche Opferritual vollzogen:
- Verlassen des Sanktuars, danach Aufbrechen des Scheinsiegels und Zurückziehen des Türriegels, Öffnen der Scheintür
- Aufstellen des Feuerbeckens, danach Verbrennen von Weihrauch und Fett
- Herrichten des Grillfleisches und des Bratspießes
- Anheizen der Glut mit einem Fächer, danach Ablöschen mit Bier
- Darbringen von Weißbrot, Gebäck, Bier, Wein und Milch
- Reinigung des Gottesopfers mit erstem Trankopfer und Räucherung
- Zweites Trankopfer und Begrüßung mit dem Nemset-Krug
- Räucherung mit Weihrauch und Myrrhe
- Präsentation des täglichen Normalmenüs
- Ausrufen des Opfers und Anrichten des Opfertisches und Trankopfer
- Verbrennen der Myrrhe und Beschwörung des Gottes
- Schließen der Scheintür
- Beschwörung des Gottes und Ausrufen des Opfers, Besprengen der Wände mit Wasser
- Anruf an die Götter, Verwischen der Fußspur und Verriegeln der Scheintür
- Trankopfer und Räucherung für Re
- Vorbereitung des Opferumlaufes: Herrichten des Altars der Könige
- Rückkehr in das Sanktuar für den Opferumlauf
- Trankopfer und Räucherung nach dem Umleiten der Gaben
- Ausleuchten des Sanktuars mit einer Fackel, danach Auslöschen der Fackel
- Beschwörung der Opfergaben und Abendgesang
Amun-Min
Als seltene Sonderform ist Min-Amun auf einer Stele in Koptos als Amun-Min belegt. Außerdem tritt Amun-Min in diesem Zusammenhang als „Amun-Min in Theben”, „Amun-Min in Koptos”, „Amun-Min an den beiden Stätten”, „Amun-Min im Zelt der Götter” und „Amun-Min-Horus” auf.
Die regelmäßige Erscheinungsform ist jedoch entweder „Min-Amun” oder „Min-Amun in Koptos”. In der Ägyptologie wird die seltene Schreibung als „Amun-Min” als abgeleiteter Name des Min-Amun verstanden.
Min-Amun verknüpfte als eigene Gottheit in der ägyptischen Mythologie die Eigenschaften von Min sowie Amun. Er ist seit der zweiten Zwischenzeit belegt.
Min-Amun
Im Neuen Reich ist er als thronende Mumie oder ithyphallischer Gott mit der Amunfederkrone dargestellt; hinter seinem Rücken ist in seinen erhobenen Händen eine Geißel zu sehen. Ergänzend ist auch die Min-Kapelle oder die Min-Pflanze abgebildet.
Ein Hymnus aus der Zeit des Neuen Reichs beschreibt Min-Amun in seiner früheren Eigenschaft als Min von Koptos:
„Die Götter lieben seinen Geruch, wenn er aus Punt kommt. Reich an Wohlgeruch, wenn er aus Medja herabsteigt. Er ist der Horus des Ostens, der das Silber und Gold der Wüste erschafft sowie das Lapislazuli und allerlei Weihrauch im Lande der Medjai.“
– Hymnus an Min-Amun[1]
In der Kuschitenzeit ist das „Schöne Fest des Zuges von Min-Amun zu seiner Treppe” belegt. Aus griechisch-römischer Zeit sind zwei Prozessionszüge für den 1. und 15. Schemu I zu „seinem Geburtshaus” bekannt.

In der Mythologie soll Anubis eines der vier Kinder des Gottes Re sein. Laut einer späteren Fassung des Osirismythos ist er der Sohn des Osiris und seiner Schwester Nephthys. Seit dem Alten Reich gelten Hesat als seine Mutter und Kebehut als seine Tochter.Nachdem Osiris von seinem Bruder Seth zerstückelt und auf der ganzen Welt verteilt worden war, sammelte Anubis gemeinsam mit Isis alle Teile wieder ein. Danach soll es ihm gelungen sein, Osiris wieder zusammenzusetzen, indem er ihn mumifizierte. So hat Anubis, dem Mythos nach, die erste Mumifizierung an einer Leiche vorgenommen. Für Osiris vollzog er dann die Totenriten, die zum Vorbild aller Bestattungszeremonien wurden.
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Aton war eine altägyptische Gottheit, die in ihrer Erscheinung als Sonnenscheibe verehrt wurde. Unter der Herrschaft des Königs (Pharao) Echnaton stieg Aton in seiner Funktion als Sonnengott zum obersten göttlichen Wesen als Weiterentwicklung des Re auf. Die bisherigen Gottheiten büßten damit zunächst an Bedeutung ein, existierten aber noch in untergeordneten Rollen weiter (Monolatrie).
Mit zunehmender Regierungsdauer von Echnaton verloren einige Gottheiten im theologischen Konzept ihre Funktionen, weshalb Echnaton ihre Existenz durch Tilgung ihrer Namen ebenso rigide zerstörte wie ihre Kulte und Kultstätten. Diese Vernichtung konzentrierte sich in allererster Linie und mit der nachhaltigsten Konsequenz auf die thebanische Götterdreiheit Amun, Mut und Chons. Insbesondere fällt Echnatons Bestreben auf, Amun-Re als „Götterkönig“ zu beseitigen, was ihm auch letztendlich gelang.
Im weiteren Verlauf der Regierungszeit von Echnaton wurden nicht alle Götter beseitigt; beispielsweise blieben Gottheiten wie die Maat oder die beiden Kronengöttinnen Wadjet (Uto) und Nechbet in ihrer Existenz erhalten. Zudem ist nicht nachweisbar, ob sich Echnatons Kult auf das gesamte Staatsgebietes des damaligen Ägyptens hat ausdehnen können. Aus diesen Gründen wird in der Ägyptologie seit Jahrzehnten eine kontroverse Diskussion hinsichtlich der Frage geführt, ob die anfängliche Monolatrie zu einem Monotheismus geführt habe.
Geschichtlicher Hintergrund
Von Anbeginn der altägyptischen Zivilisation an spielte die Sonne und ihre mythische Metaphorik eine zentrale Rolle. In der Anfangsphase setzten die Ägypter die Sonnenscheibe mit Horus gleich. Mit dem in der 4. Dynastie einsetzenden Re-Kult galt die sichtbare Sonnenscheibe dann als das rechte „Auge des Re“, jedoch ohne dass die Sonnenscheibe an sich als Gottheit betitelt wurde. Erst im Mittleren Reich kam zu Zeiten des Königs (Pharao) Mentuhotep II. (11. Dynastie) der Name Aton für die Bezeichnung der Sonnenscheibe als Gottheit und als Erscheinungsform des Re auf. Insofern wurde die Sonnenscheibe in ihrer Eigenschaft als Himmelskörper und Gleichsetzung mit Re als „Thron des Re“ verstanden. Es folgten weitere Beinamen des Re, die den Sonnengott mit der Sonnenscheibe verglichen: „Re, der in seiner Scheibe ist“.
Mit Beginn der 18. Dynastie (Neues Reich) wird Re nun auch gelegentlich als „Re, die Sonnenscheibe“ bezeichnet. In den theologischen Anschauungen Ägyptens kam es anschließend zu einem Paradigmenwechsel, der als „Neue Sonnentheologie“ in die Literatur Eingang gefunden hat. Bedeutsamster Ausdruck dieser Entwicklung war die Erhebung des Amun-Re zum „Götterkönig“.Unter dem Vorzeichen des wirtschaftlichen und politischen Erstarkens der thebanischen Amun-Priesterschaft vollzieht sich das zunächst noch versteckte, später immer offener vorgetragene Bestreben, diesen Gott nicht nur in Form dieser monarchischen Zuspitzung des ägyptischen Pantheons herauszuheben, sondern ihn gar in die göttliche Alleinherrschaft und Ausschließlichkeit zu setzen.
Mythische Bedeutung und Darstellung
Der Aton, wie ihn Echnaton konzipiert und durchzusetzen will, „ist wirklich die Sonne und nichts als die Sonne, die durch ihre Strahlen Licht und Wärme und durch ihre Bewegung die Zeit erschafft, und die, indem sie auf diese Weise ständig die gesamte sichtbare und unsichtbare Wirklichkeit hervorbringt, die Annahme anderer Götter überflüssig macht.
Noch in den ersten Regierungsjahren des Echnatons wird der Gott in der traditionellen Weise des Re-Harachte als Mensch mit Falkenkopf und bekrönender Sonnenscheibe dargestellt. Danach wandelt sich das Bild radikal: Aton erscheint jetzt als blanke Sonnenscheibe, von der Strahlen abgehen, die in der Form menschlicher Hände auslaufen (Strahlen-Aton). Zumindest in den späten Darstellungen halten diese Hände regelmäßig Anch-Zeichen.
Der lehrhafte Name des Aton
| Älterer Lehrhafter Name des Aton (ab 4. Regierungsjahr) | ||||||||||||||||||
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Anch-Heru-achti-chai-m-achet ?n?-?r-3?tj-??j-m-3?t Es lebe der horizontische Horus (Re-Harachte), der im Lichtland (am Horizont) jubelt
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In dem frühen Stadium des Echnatonschen Aton-Kultes wird der sogenannte „lehrhafte Name“ als programmatische Formel geläufig. An diesem unternimmt der König später mehrere, mehr oder weniger gewichtige Modifizierungen, welche in dieser Weise, „Markensteinen gleich ..., den Weg seines Denkens“ nachvollziehen lassen.
Die Namen waren in Kartuschen gesetzt, womit die Gottkönigsrolle des Aton versinnbildlicht wurde.
| Neuerer Lehrhafter Name des Aton (ab 9. Regierungsjahr) | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Anch-Re-heka-achti-chai-m-achet ?n?-R?-?q3-3?tj-??j-m-3?t Es lebe Re, der horizontische Herrscher, der im Lichtland (am Horizont) jubelt
M-ren.ef-it-Re-ii-m-Aton M-rn.f-jt-R?-jj-m-Jtn In seinem Namen als Re, der Vater, der als Sonnenscheibe (Aton) kommt |
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Nachdem jedoch spätestens ab dem achten Regierungsjahr um der Ausschließlichkeit des Aton willen die weitgehende Abschaffung und radikale Unterdrückung der traditionellen Gottheiten vollzogen ist, korrigiert Echnaton diesen „lehrhaften Namen“ entscheidend.
In dieser letzten Bezeichnung dürfte, so steht zu vermuten, der Name Re nicht mehr für den originären Sonnengott, sondern nur noch für das Prinzip der Sonne gestanden haben, von dem dann im „Sonnenhymnus“ die Rede ist.
Neben der unter dem zweiten Kartuschenpaar (siehe nebenstehende Tabelle) angebrachten Übersetzung für die offenbar endgültige Form des „lehrhaften Namens“ findet sich in der Literatur auch diese: Es lebt Re, der Herrscher der beiden Horizonte, der frohlockt in seinem Lichtland (Horizont) in seinem Namen als Vater es Re, der (wieder)gekommen ist als Aton
Theologische Konsequenzen
In mehreren Einzelgräbern jener Periode finden sich meist kürzere, teils fragmentarische Inschriften. Deren umfangreichste Version steht jedoch im Grab des Eje. Dieser „Sonnenhymnus des Echnaton“ (und nicht wie oft falsch wiedergegeben: „Sonnenhymnus des Aton“) wird heute nicht zu Unrecht als das Glaubensbekenntnis des Echnaton angesehen.[8] Zwar ist nicht nachzuweisen, ob das Weihegedicht von König Echnaton selbst verfasst wurde, doch wird dies immerhin für möglich gehalten.
In dieser Eulogie an Aton wird in überaus lyrischer Form dessen schöpferische und lebenserhaltende Kraft gefeiert, die allein durch ihre Anwesenheit am Himmel, durch die ausgesendete Wärme und das helle Licht ihre einzigartige und unvergleichliche Wirkung vollbringt, während Atons Abwesenheit mit Dunkelheit und Tod, Ohnmacht und dem Erwachen des Bösen gleichgesetzt wird. Infolge seiner Bewegung über das Firmament bringt Aton, dieser Gottessicht zufolge, zugleich die Zeit hervor. Neu ist zudem, dass Atons Wirken nicht auf Ägypten und die Ägypter beschränkt bleibt, sondern alle Länder, Menschen und Rassen des damals bekannten Erdkreises einbegreift.
Bei alledem versteht der Hymnus den Aton ausschließlich als eine Gottes-Naturerscheinung, die ihren Willen und ihre Beziehungen zu den Menschen ausschließlich durch den Pharao artikuliert und kultisch verwirklicht. Dennoch war der Aton-Kult keine Naturlehre im Sinne späterer griechischer Philosophen, sondern er verfolgte, worüber heute inzwischen weitgehend Konsens besteht, einen radikalen, wenngleich nicht vollkommen konsequenten Monotheismus. Damit war die mit Aton verbundene Theologie zugleich „in ihrer unerbittlichen Konsequenz die einfachste und klarste Religion, die jemals geformt wurde!“[9] Im Übrigen ist der Aton-Kult möglicherweise die erste Stiftungsreligion der Menschheitsgeschichte.
Wirkungen des Aton-Kultes
Echnaton hat, mindestens seit er in den ersten Regierungsjahren bezüglich des Aton-Kultes und seiner theologischen, politischen und wirtschaftlich-sozialen Konsequenzen heftige Gegenwehr durch die traditionellen Gotteskulte verspürte, die Durchsetzung seiner Religionsabsichten auf außerordentlich radikale Weise vollzogen. Nicht nur wurden die Tempel der anderen Götter, besonders die des vormaligen Reichsgottes Amun (Amun-Re), geschlossen und deren Vermögen den Atontempeln oder dem Königsschatz übereignet, sowie die Namen dieser Gottheiten, ja selbst die Pluralform „Götter“ aus bildlichen Darstellungen getilgt, sondern es wurden zumeist auch deren Repräsentanten, Priester und Beamte ihrer Stellung und vielfach ihres Besitzstandes enthoben. Allein das musste zu erheblichen gesellschaftlichen Spannungen führen.
Dies umso mehr, als dem ägyptischen Volke aus seiner ethischen Vorstellungswelt die Götter, die Gutes belohnen und Böses verfolgen, ebenso verbannt waren, wie die Gelegenheiten der Hinwendung an diese Götter. Weiterhin versanken mit der konsequenten Ächtung der traditionellen Götter auch die jahrtausendealten Vorstellungen von der präexistenten Urzeit und der Weltschöpfung. Und schließlich sahen sich die Menschen der Vorstellungen von dem unterweltlichen Königtum des Osiris (Duat) und des mit dieser verbundenen Wissens um die Erlangung des Ewigen Lebens beraubt. Der Totenkult folgte zwar noch den tradierten Ritualen, war aber seines überlieferten Sinns entkleidet. Das Leben nach dem Tode spiele sich in der diesseitigen Welt ab. Gleich den Lebenden wurden die Bas der seligen Toten alltäglich von den ersten Strahlen Atons geweckt. Zu ihrer Versorgung wurden sie von ihm in die Tempel gerufen, wo sie an den Opfern Anteil hatten.
Nachwirkungen des Aton-Kultes
Zeitgleich mit dem Tod Echnatons geriet der Aton-Kult in seine Niedergangsphase. Unter Echnatons unmittelbaren Nachfolgern Tutenchamun, Semenchkare und Eje scheint es Phasen halbherziger Bewahrungsversuche gegeben zu haben, die aber schließlich scheiterten und zur Wiedereinsetzung der alten Götter führten. Erst mit Haremhab, der vermutlich schon unter Echnaton, bestimmt aber unter seinen Nachfolgern Oberbefehlshaber des ägyptischen Heeres und unter Tutenchamun sogar eine Art Königsstellvertreter war, setzte eine konsequentere Überwindung des Aton-Kultes ein. Diese wurde noch von Sethos I. und Ramses II. zielstrebig betrieben.
Vielfach findet man vor allem in der populärwissenschaftlichen Literatur die Behauptung, es wären auf diese Weise wieder jene Zustände zurückgekehrt, die vor Echnaton bestanden hätten. Das ist insofern nicht richtig, als die Nachwirkungen des theologischen Konzeptes des Aton-Kults wie auch seine politischen Konsequenzen recht wirksam in die künftige Geschichte strahlten. So scheint das bis dahin außer jeder Kritik stehenden Königtum allein schon deshalb in eine tiefe Krise gebracht worden zu sein, als Echnaton am Ende seiner Zeit als Lügner und Ketzer gebrandmarkt war. In ein ähnliches Dilemma war auch das Prinzip der Maat und der mit dieser verbundenen „konnektiven Gerechtigkeit“ geraten. Und schließlich hatte die gesamte Theologie und Frömmigkeit des alten Ägyptens neue, auf einen Henotheismus hinauslaufende Impulse erhalten, womit der alte Polytheismus zwar nicht überwunden wurde, in denen monotheistische Vorstellungen aber latent waren.
Als sehr wahrscheinlich muss jedoch gelten, dass die mit dem Aton-Kult in das menschliche Denken gebrachte Idee des Monotheismus Einfluss auf dessen Aus- und Fortentwicklung in anderen Weltgegenden hatte. Eine unmittelbare Wirkung auf die Herausbildung des jüdischen Monotheismus, wie sie Sigmund Freud zu erkennen glaubte, indem er davon ausging, der Religionsstifter Mose habe seiner Exodus-Schar „die vergeistigte Aton-Religion“ nahe gebracht,[10] ist – sofern man Mose als historische Persönlichkeit und den Exodus als reales geschichtliches Ereignis sieht – insofern zwar möglich, jedoch keinesfalls nachzuweisen.

Atum ist einer der ältesten ägyptischen Götter. Er ist der Schöpfergott in der Enneade von Heliopolis. Atum ist die "Ganzheit", der "Selbstentstandene", der aus den Urwassern des Nun hervorgegangen ist. Die Entstehung der Welt aus den Elementen Wasser, Erde und Sonne im Gedankengut der Aegypter schlägt sich speziell bei Atum nieder. Als Sonnengott, aus dem Wasser entstiegen, schuf er den Urhügel. Ganz Aegypten verehrte den Benben-Stein als Ueberbleibsel dieses Urhügels. Er ist in verschiedenen Formen und in vielen Städten anzutreffen.
Atum wurde als Gott der untergehenden Sonne verehrt. Die Sonne spielte in Aegypten eine zentrale Rolle. Verschiedene Götter verkörperten den Lauf der Sonne im Tagesgeschehen. Da ist es naheliegend, dass einige der Sonnengötter im Laufe der 3000 jährigen Geschichte miteinander verschmolzen und sich heute nicht mehr klar trennen lassen. So ist auch Re mit Atum in Verbindung gebracht worden und in verschiedenen Texten auch als Re-Atum bezeichnet.
Erscheinungsformen von Atum sind: Chepri (Skarabäus), Schlange, Widder, Löwe; in den Pyramidentexten erscheint er als Urhügel. Dargestellt wird Atum häufig mit der Doppelkrone.
Er schuf die Götter Schu und Tefnut. In verschiedenen Texten finden sich unterschiedliche Interpretationen, wie diese Götter geschaffen wurden, so z.B. durch Selbstgattung, durch Vereinigung mit seinem Schatten oder durch Niesen resp. Ausspucken. Letzteres könnte eine Ableitung sein aus den ägyptischen Worten schu = niesen und tefnet = befeuchten, spucken. Diese beiden zeugten Geb und Nut, die ihrerseits die Götter Osiris, Isis, Nephtys und Seth zeugten.

... ist der höchste Gott der germanischen-nordischen Mythologie. Er verdrängte den ursprünglichen Himmelsvater Tyr von dieser Position. Odin wird auch Allvater genannt. Er gehört dem Göttergeschlecht der Asen an welche in Asgard wohnen. Asgard befindet sich in der Krone der Weltenesche Yggdrasil.
Ungefähr im Jahre 500 vor Christus entstand die germanische Ursprache. Die germanische Mythologie wurde im Raum Nord und Mitteleuropa von verschiedenen Völkern mit ähnlicher Sprache und Kultur praktiziert.Cäsar prägte den Begriff Germanen im Jahre 51 vor Christus. Die Germanen selbst bezeichneten sich nicht so.
Die germanische Religion wurde in Helden- und Götterliedern in stabreimform mündlich an die nächste Generation weitergegeben. In der Lieder-Edda (ältere Edda) wurden 1271 in Island erstmals die Lieder der Wikinger des 9.-13. Jahrhunderts schriftlich festgehalten. Um 1220 schrieb Snorri Sturluson als Lehrbuch der Dichtkunst die Prosa-Edda. Sie wird auch jüngere-Edda genannt weil sie sich auf Inhalte der Lieder-Edda bezieht.
Außer der Edda gibt es wenige verlässliche Quellen zur germanischen Religion. Durch die Christianisierung war die nordische Mythologie im Mittelalter quasi nicht mehr bekannt. Die Religion hielt sich in den skandinavischen Ländern bis zum 11. Jahrhundert.
In unseren Wochentagsnamen haben die alten Götter allerdings überlebt. Zum Beispiel Donnerstag - Tag des Donar/ Thor.

Der Gott Thor ist einer der Urgötter der nordischen Mythologie. Zusammen mit seinem Hammer Mjöllnir beschützt er die Menschen und gibt Kraft und Mut.
Der Ase Thor oder Donar beherrscht mit seinem Streitwagen, der von zwei Widdern gezogen wird, die Mächte des Himmels. Sein Hammer Mjöllnir zerschmettert seine Feinde und ist unbesiegbar.
Er ist der Gott der Arbeit und des Kampfes, gleichzeitig aber auch der Fruchtbarkeit und des Wetters und Schutzgott der Menschen. Er gilt in der Edda als der stärkste aller Götter und erlegte die Midgardschlange während der Ragnarök.
Thor ist der Sohn von Odin und Jörd (der personifizierten Erde) er bezieht Kraft aus seinem Gürtel Megingjarder. Besonders in Norwegen und Island war er die wichtigste Göttergestalt, der vor Raubzügen und Fahrten Opfer zuteil wurden.
Der Hammer Thors gibt seinem Träger unverbrauchte Stärke, innere Kraft und Schutz.
Der ihm geweihte Tag ist der Donnerstag. Thurs ist seine Rune, die einen seinen Willen in der Arbeit und im Privatleben durchsetzen lässt, aber auch in Liebesdingen hilft. Aktiver Schutz bietet die von Odin vergebene Rune, die dem Thor die Gewalt über Blitz und Donner verlieh. Sie steht zusätzlich für Fruchtbarkeit und Regeneration.
Die Farbe von Thor ist rot, sein Planet der Jupiter, sein Baum die Eiche. Im Tarot steht er für den Wagen und beschützt die Reisenden.
Wer den Gott Thor um Hilfe bittet, bittet um Schutz für die Familie und die Finanzen. Weitere um Kraft und Stärke und den nötigen Willen um Angelegenheiten im eigenen Sinne durchsetzen zu können.

















